Ein partizipatives Kunstprojekt zur Landesgartenschau Neuss 2026
„Der Gemeinsame Blick“ ist ein partizipatives Kunstprojekt im Rahmen der Landesgartenschau Neuss 2026 (LAGA Neuss 2026). Das Projekt verbindet Fotografie, Kunst und Gemeinschaft und lädt Besucher:innen dazu ein, ihre eigene Perspektive auf das Gelände der Landesgartenschau aktiv einzubringen.
Im Zentrum steht die Idee, aus vielen individuellen Blickwinkeln ein gemeinsames Bild entstehen zu lassen. Besucher:innen der Landesgartenschau in Neuss können eigene Fotografien einreichen und so Teil eines wachsenden Kunstwerks werden. Die eingereichten Bilder werden nicht einfach nebeneinander gezeigt, sondern in einem künstlerischen Prozess weiterverarbeitet: Einzelne Elemente aus den Fotografien werden herausgelöst und zu einer großen digitalen Collage zusammengeführt.
Die Grundlage meiner Arbeit als Fotokünstler bilden genau solche digitalen Bildkompositionen. Durch Fotomontagen verbinde ich Orte, Kulturen und Zeiten und erschaffe neue Perspektiven auf unsere Umgebung. Meine Arbeit basiert auf digitalen Collagen, die vertraute Räume neu interpretieren und hinterfragen. Mich interessiert, wie wir Räume wahrnehmen, wie Architektur und Landschaft auf uns wirken und welche Spuren der Mensch in seiner Umgebung hinterlässt. Diese Fragestellungen werden im Projekt „Der Gemeinsame Blick“ erstmals auf eine kollektive Ebene übertragen.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts sind mehrere Fotostationen auf dem Gelände der Landesgartenschau, an denen Besucher:innen konkrete Fotoaufgaben finden. Diese Aufgaben dienen als kreative Anregung und helfen dabei, die Umgebung bewusster wahrzunehmen und gezielt fotografisch festzuhalten. Gleichzeitig bleibt das Projekt offen: Auch frei aufgenommene Fotos von der LAGA Neuss 2026 können jederzeit eingereicht werden.
Ergänzend dazu finden regelmäßig Fotowalks auf der Landesgartenschau in Neuss statt. Einmal im Monat bietet der Künstler geführte Rundgänge an, bei denen Teilnehmende lernen, wie sie ihre fotografische Wahrnehmung schärfen und ihre Bildgestaltung verbessern können. Die Teilnahme an den Fotowalks ist kostenlos (der Eintritt zur Landesgartenschau ist erforderlich).
Im Kontext der LAGA Neuss 2026 entsteht so ein künstlerischer Dialog zwischen Natur, Stadt und den Menschen, die sich darin bewegen. Die Teilnehmenden werden nicht nur zu Beobachter:innen, sondern zu aktiven Mitgestalter:innen eines gemeinsamen visuellen Prozesses.
Das Projekt ist Teil des Open Call NEUSS 2026, einem kuratierten Kunst- und Kulturformat, das vom Mitmachverein GRÜNES HERZ NEUSS initiiert wurde. Der Open Call bringt zahlreiche künstlerische Positionen aus den Bereichen bildende Kunst, Medienkunst und partizipative Projekte zusammen und macht die Vielfalt der lokalen Kunst- und Kulturszene im öffentlichen Raum sichtbar.
Das GRÜNE HERZ NEUSS engagiert sich für Gemeinschaft, kulturelle Teilhabe und die aktive Gestaltung des öffentlichen Raums. Mit dem Open Call NEUSS hat der Verein ein Format geschaffen, das Kunst, Gesellschaft und Stadtentwicklung miteinander verbindet und Besucher:innen dazu einlädt, den neuen Stadtpark der Landesgartenschau Neuss als Ort der Begegnung und des Austauschs zu erleben.
Innerhalb dieses Rahmens versteht sich „Der Gemeinsame Blick“ als Schnittstelle zwischen individueller Wahrnehmung und kollektiver Gestaltung. Die eingereichten Fotos zeigen unterschiedliche Perspektiven auf das Gelände der Landesgartenschau 2026 in Neuss – Details von Pflanzen, Wege, Strukturen, Lichtstimmungen oder besondere Blickwinkel. Aus diesen Fragmenten entsteht Schritt für Schritt eine wachsende Collage, die die Vielfalt der Eindrücke sichtbar macht.
Das fertige Werk ist somit nicht das Ergebnis eines einzelnen künstlerischen Blicks, sondern ein gemeinsames Bild, das durch die Beiträge vieler entsteht. Es spiegelt die Vielfalt der Besucher:innen, ihre Wahrnehmung der Natur und ihre Beziehung zum Ort wider.
„Der Gemeinsame Blick“ steht damit exemplarisch für eine neue Form von Kunst im öffentlichen Raum: offen, partizipativ und gemeinschaftlich. Das Projekt macht sichtbar, wie unterschiedlich wir unsere Umgebung wahrnehmen – und wie aus diesen Unterschieden ein verbindendes Ganzes entstehen kann.
